Dämmung deines Vans mit Armaflex

Deinen Van richtig dämmen

Möchtest du in deinem Van übernachten – egal ob in der Hitze südlicher Länder oder in Richtung Polarkreis – kommst du an einer Dämmung nicht vorbei. Sie sorgt dafür, dass dein Van Wärme und Kälte nicht so schnell verliert und aufbaut. Sie dämmt außerdem den Schall, sodass du einen ruhigeren Innenraum hast und besser schlafen kannst.

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Warum dämmen?

Dein Van ist eine Blechdose. Da Metall eine relativ gute Wärmeleitfähigkeit besitzt, wird die Außentemperatur quasi 1:1 nach innen übertragen und erwärmt oder kühlt dort die Luft. Eine Dämmung vermindert dieses Verhalten, indem eben nicht mehr die Luft des Innenraums in direkten Kontakt mit dem Blech der Karosserie kommt.

Aber sie erfüllt noch eine weitere sehr wichtige Funktion: Besteht ein großer Temperaturunterschied zwischen innen und außen, kondensiert das Wasser in der Luft des Innenraums an der Innenseite der Karosserie. Wie du im Ratgeber zur Rost-Erste-Hilfe vielleicht schon gelesen hast, ist stehendes Wasser Gift für das Blech.

Ist allerdings auf dem Blech flächig eine Dämmung angebracht, verhindert dies die Kondensation. Dadurch wird die Gefahr reduziert, dass dein Van von innen nach außen wegrostet.

Welches Dämmmaterial?

An das Dämmmaterial werden einige Anforderungen gestellt:

  • Es darf kein Wasser aufnehmen, muss also geschlossenporing und nicht offenporig sein.
  • Im Brandfall soll es deinen Van nicht in ein Streichholz verwandeln, es sollte also nicht brennbar sein.
  • Da du wahrscheinlich in deinem Van schlafen willst, muss es auch gesundheitlich unbedenklich sein und du solltest keinen giftigen Klebstoff verwenden.
  • Außerdem sollte es leicht sein, damit der Van nicht unnötig schwer wird.

Diese Anforderungen erfüllend, hat sich ein Stoff weitestgehend zum de-facto Standard bei der Dämmung von Vans und Wohnmobilen durchgesetzt.

Armaflex

Dieses flexible Material der Firma Armacell wird hauptsächlich verwendet, um Heizungs- oder Kühlleitungen zu isolieren. Dank seiner hervorragenden Eigenschaften ist es aber auch beim Dämmen von Vans und Wohnmobilen sehr verbreitet. Es lässt sich mit einem scharfen Messer oder einer Schere gut verarbeiten und an die Form der Karosserie anpassen. Lediglich beim Schneiden und beim Andrücken musst du aufpassen, denn das Material ist anfällig für Risse, da es sehr weich ist.

Du musst darauf achten, dass du die korrekte Ausführung kaufst! Es gibt die Varianten ACE (am günstigsten, aber riecht chemisch), AF (am teuersten, kein Geruch, mit Mikrobenschutz) und XG (preislich in der Mitte, kein Geruch). Die Empfehlung ist die Variante XG. Ist keine Variante angegeben, ist es sehr wahrscheinlich ACE, was du meiden solltest.

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Es gibt Armaflex in diversen Stärken von 6-36mm. Welche du brauchst, hängt ganz davon ab, in wie kalte Gefilde du reisen möchtest. Auch ist entscheidend, wie viel Platz dein Van hinter der Innenraumverkleidung bietet. Oftmals ist hinter der Deckenverkleidung nicht mehr viel Platz, sodass hier dünner isoliert, oder umgebaut werden muss. Du kannst allerdings auch mehrere Schichten übereinander kleben, sodass du nicht verschiedene Stärken kaufen musst. Im Zweifel, isoliere lieber zu dick als zu dünn.

Untergrund vorbereiten

Um das Anbringen der Dämmung zu beschleunigen, solltest du in einem vorherigen Schritt alle Teile der Innenverkleidung abbauen, hinter denen du isolieren willst. Das sollten eigentlich alle sein.

Ist dein Van nicht ein fabrikneuer Kastenwagen, wird hinter der Verkleidung bereits eine Schicht Dreck/Staub sein, die es zu entfernen gilt. Nimm hierzu ein Tuch und einen Eimer mit warmem Spüliwasser und wische die Flächen sauber. Trockne sie im Anschluss mit einem anderen Tuch ab. Damit ist der beste Halt der Dämmung garantiert.

Kleben auf dem Blech bereits schwarze, rechteckige, dünne Matten, handelt es sich hierbei um Alubutyl, das von den Herstellern bereits ab Werk angebracht wird, um den Innenraum zu entdröhnen, also die laustarken Schwingungen des Metalls zu verhindern. Lasse diese Matten dran und klebe die Dämmung einfach drüber.

Von Manchem wird empfohlen, unter die Dämmung noch flächendeckend Alubutyl zu kleben, um die Schalldämmung zu erhöhen. Davon ist abzuraten! Es gibt diverse Messungen von Vanausbauern, dass der zusätzliche schalldämmende Effekt durch das Alubutyl zu vernachlässigen ist. Es beschert dir aber zusätzliche Kosten und mehr Gewicht.

Dämmung anbringen

Das Anbringen der Dämmung ist ohne das richtige System gar nicht so leicht. Lassen sich die großen freien Flächen noch relativ leicht „frei Hand“ bekleben, scheitert dieser Ansatz spätestens bei verwinkelten Ecken, die vielleicht auch noch von Metallstreben verdeckt sind.

Hier die Folie der Klebeseite vorher komplett zu entfernen wird ziemlich sicher dazu führen, dass du mit der Isolierung irgendwo festklebst, wo du es nicht beabsichtigt hast. Dabei ist es aber immens wichtig, dass du sorgfältig klebst, und so viel Oberfläche des Blechs bedeckst, damit hier kein Wasser kondensieren kann.

Und so geht es einfacher:

Schneide zuerst dein Stück grob auf die Stelle zu, die du gerade bekleben willst. Halte es ran und schneide es dann passgenau zu. Da Armaflex flexibel ist, wird Ziehen oder Stauchen des Materials dazu führen, dass am Ende etwas übersteht, oder fehlt. Gehe also ohne Druck und Gewalt beim Einpassen vor. Achte darauf, dass du wirklich in jede erreichbare Ecke vordringst. Umso besser ist später die Isolationswirkung.

Ist das Stück passgenau zugeschnitten, löse nicht die gesamte Folie der Klebeschicht ab. Vielmehr solltest du sie in kleine Segmente unterteilen, die du nacheinander hinter der bereits teilweise klebenden Isolierung abziehen kannst. Fange mit einem kleinen Stück in der oberen Mitte an. Schneide hier die Schutzfolie ein und entferne sie. Decke den Bereich danach wieder mit einem größeren Stück ab, sodass es eine Lasche bildet, die du dahinter rausziehen kannst.

Halte das gesamte Stück nun an den gewünschten Platz. Wenn alles richtig sitzt, ziehe die Lasche heraus. Das Stück ist nun perfekt am Platz fixiert und konnte dabei nicht verrutschen. Nun kannst du das Stück wieder leicht abklappen und darunter die restliche Folie abziehen. Diese solltest du vorher auch noch einschneiden und in Segmente unterteilen, sodass du nicht in einem Rutsch ein riesiges Stück Folie abziehen musst.

Nach diesem Verfahren nimmst du dir nun eine nach der anderen Stelle der Karosserie vor. Vergiss dabei auch nicht das Dach und die Türen.

Das Fußboden ist nochmal eine Nummer für sich. Hier empfiehlt es sich nicht, diesen flächig zu verkleben, da die Isolierung hier im Falle von zB. Schweißarbeiten am Unterboden aufwändig entfernt werden müsste. Je nachdem, wie alt dein Van ist, empfiehlt sich auch eine regelmäßige Kontrolle den Bodens im Innenraum, um Rost früh zu erkennen und zu behandeln.

Deshalb kann hier die Isolierung einfach schwimmend verlegt werden. Hierfür kommt die Klebeseite nach oben und die Folie wird nicht angezogen. Das weiche Material schmiegt sich an die Unebenheiten des Fahrzeugbodens an und schließt somit gut ab.

Darauf kommt deine Bodenplatte, die du mit dem Boden verschraubst oder sonst mit der Karosserie verbindest, um dem Ganzen Halt zu geben für deinen restlichen Innenausbau.

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